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Waagen allgemein
Mit einer Waage ermittelt man das Gewicht oder die Masse eines Gegenstandes in Abhängigkeit der Erdanziehungskraft. Das Gewicht lässt sich dann auf Messskalen (auch Waagenanzeige) in Gewichtseinheiten wie Milligramm (mg), Gramm (g), Kilogramm (kg) oder – wie im Fall von Kranwaagen – in Tonnen (t) darstellen.
Mechanische Waagen, wie sie früher benutzt wurden, ermittelten das Gewicht entweder durch Kraftmessung (Federwaage) oder durch Massenvergleich (Tafelwaage, Balkenwaage).
Heute arbeitet fast jede Waage elektronisch. Das Gewicht wird dabei ermittelt wie seinerzeit bei der Federwaage über einen Weg oder per Verformung. Diese Verformung wird über eine Wägezelle in dem ein Dehnungsmessstreifen (DMS) integriert ist, übertragen.
Andere Methoden, das Gewicht zu bestimmen, sind die Methode der elektromagnetischen Kraftkompensation und das Prinzip der Stimmgabel. Diese beiden Messmethoden finden sich in Waagen, die für sehr empfindliche Gewichtsmessungen konzipiert sind (Laborwaagen, Analysewaagen).

Geschichte der Waage
Die Geschichte der Waage kann man bis zu den alten Ägyptern zurückverfolgen. In einem 7.000 Jahre alten ägyptischen Grab fand man eine einfache Balkenwaage. Diese Waage wurde mit einem Seil in der Mitte z.B. an einem Baum befestigt. An den Enden befanden sich die Waagschalen. Auch Bilder von Waagen wurden in Ägypten gefunden. Diese einfachen mechanischen Waagen waren sehr ungenau und unpraktisch. So verbesserten die Römer die Waage um Christi Geburt durch Neuerungen wie z.B. durch ungleichschenkeligen Waage . Dabei befindet sich auf der einen Seite ein verschiebbares Gewicht und Strichmarkierungen die das genaue Gewicht anzeigten. Damit stieg die Genauigkeit der Waage enorm. Später wurde die Präzision der Waagen immer mehr verbessert. Übrigens: Als Gewicht für Arabische „Feinwaagen“ wurden früher die Samen des Granatapfelbaums verwendet. Wegen dem relativ konstantem Gewicht der Kerne waren sie eine Maßeinheit für Gold und Edelsteine. So entstand die Maßeinheit "Karat" (von Kirat: arabisch=Kern).
1779 erfand der Franzose G.P. de Roberval die Tafelwaage. Diese hatten den Vorteil, dass die Position des zu wiegenden Gutes das Ergebnis nicht beeinflusste.
Im Jahr 1939 erfanden zwei Amerikaner Arthur C. Ruge und Edward E. Simmons die elektronische Waage und läuteten damit das Zeitalter der heute gebräuchlichen Digitalwaage ein. Sie funktionierte damals über die Änderung von Widerständen.

Technik
Alle elektrischen/elektronischen Waagen haben die nötige Umwandlung der Gewichtskraft, welche sich nicht unmittelbar messen lässt, in eine Verformung bzw. einen Weg, als Gemeinsamkeit. Dies wird fast immer über eine Feder oder einen sog. Biegebalken gelöst, wobei die "Feder" in einer Kranwaage ein verhältnismäßig massiger Metallblock ist. Das direktere System misst die Verformung der Feder / des Biegebalkens über den Dehnungsmessstreifen. Die umständlichere Messung des Weges kann z.B. über die Kapazitätsänderung eines Kondensators bei Veränderung des Plattenabstandes erfolgen.
Die drei wichtigsten Messverfahren heutzutage sind:

Dehnungsmessstreifen
Mit dem Dehnungsmessstreifen fing das Zeitalter der elektronischen Waage an. Das Prinzip ist einfach: Dehnungsmessstreifen ändern schon bei geringen Verformungen ihren elektrischen Widerstand. Wird ein DMS gedehnt, so nimmt sein Widerstand zu. Wird er gestaucht (negative Dehnung), so nimmt sein Widerstand ab. Diese Veränderung kann man mittels elektronischer Schaltungen auslesen und zu brauchbaren Informationen verarbeiten. DMS sind das Kernstück von Waagen aller Größenordnungen, von Haushaltswaagen bis hin zu Kranwaagen.

Stimmgabelprinzip
Das Stimmgabelprinzip ist ein neues Messverfahren und geeignet für Präzisionswaagen. Das Kernstück sind zwei stimmgabelähnliche Metallstücke, die miteinander verbunden sind. Wird nun eine der Stimmgabeln durch das Gewicht auf der Waagschale belastet, ändert sich die Schwingung. Aus der Differenz der Schwingungen ergibt sich dann das Gewicht. Vorteil dieses Messverfahrens: sehr hohe Stabilität der Messergebnisse, sehr schnelle Messdaten, präzise Messdaten.

Kraftkompensation
Viele Präzisionswaagen arbeiten nach dem Prinzip der elektromagnetischen Kraftkompensation. Dabei wird durch eine Spule in einem Permanentmagneten eine Gegenkraft erzeugt, welche der Last der zu messenden Probe auf der Waagschale entspricht. Mit dieser Gegenkraft wird das Gleichgewicht gehalten. Dies wird durch einen Lagesensor und einen Regelverstärker bewerkstelligt, die für die Einhaltung des Gleichgewichtszustandes notwendig sind. Über ein Hebelsystem ist es möglich, dass mit einer kleineren Gegenkraft eine größere Kraft auf der Waagschale im Gleichgewicht gehalten werden kann. Der Spulenstrom wird als Spannungsabfall an einem Messwiderstand gemessen und von einem Analog-Digital-Wandler weiterverarbeitet und angezeigt.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 10. März 2010.

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